Geschrieben von zdv

Abgrenzung zwischen Verschleiß und Versicherungsschutz:

Wann deckt die Vollkaskoversicherung Schäden am Motor?

Motorschaden Ausbau
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Motorschäden sind für viele Autofahrer ein Albtraum – sie sind oft teuer und können das Fahrzeug unbrauchbar machen. Doch wer zahlt in solchen Fällen? Viele Fahrzeughalter gehen davon aus, dass ihre Vollkaskoversicherung auch Motorschäden übernimmt. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. In diesem Artikel klären wir auf, wann die Vollkaskoversicherung einspringt, welche Schäden ausgeschlossen sind und welche Alternativen es gibt.

 

 

Grundprinzip der Vollkaskoversicherung: Was ist abgedeckt?

Die Vollkaskoversicherung ist eine Erweiterung der Teilkasko und bietet in erster Linie Schutz vor selbstverschuldeten Schäden am eigenen Fahrzeug. Sie deckt unter anderem:

  • Unfallschäden am eigenen Auto (auch selbstverschuldete Unfälle)

  • Vandalismus

  • Diebstahl, Brand oder Explosion (wie in der Teilkasko enthalten)

  • Schäden durch höhere Gewalt (z. B. Sturm, Hagel, Überschwemmung)

Allerdings deckt die Vollkaskoversicherung keine Schäden ab, die durch Verschleiß oder technischen Defekt entstehen – und hier liegt das Problem bei Motorschäden.

 

 

Motorschaden: Verschleiß oder versicherbares Ereignis?

Ein Motorschaden kann verschiedene Ursachen haben, doch nicht alle sind versicherungsrelevant. Die Versicherung unterscheidet zwischen folgenden Ursachen:

 

a) Schäden durch Verschleiß oder Materialermüdung

  • Jeder Motor hat eine begrenzte Lebensdauer.

  • Bauteile wie Kolben, Pleuel oder die Steuerkette nutzen sich mit der Zeit ab.

  • Ölmangel, Überhitzung oder schleichende Defekte führen langfristig zu Motorschäden.

Diese Schäden sind nicht durch die Vollkaskoversicherung gedeckt, da sie als „normale Abnutzung“ gelten. Eine Motorreparatur wäre hier eine Lösung, die jedoch selbst bezahlt werden muss.

 

b) Schäden durch einen Unfall

  • Wenn der Motor durch einen Verkehrsunfall beschädigt wird, zahlt die Vollkasko.

  • Beispiele: Ein Auffahrunfall führt zu einem Kühlerschaden, der wiederum einen Motorschaden verursacht.

  • Auch bei Wildunfällen oder herabfallenden Gegenständen kann die Versicherung greifen.

Bei Unfall übernimmt die Vollkaskoversicherung die Kosten, da der Schaden durch ein versichertes Ereignis verursacht wurde.

 

c) Schäden durch äußere Einflüsse (z. B. Wasserschlag)

  • Wer mit dem Auto durch eine tiefe Pfütze fährt, riskiert einen Wasserschlag, bei dem Wasser in den Motor eindringt und diesen zerstört.

  • Solche Schäden können durch die Teilkasko (Elementarschäden) oder Vollkasko gedeckt sein.

Hier kommt es auf den genauen Versicherungsvertrag an.

 

 

Häufige Missverständnisse bei der Versicherung von Motorschäden

Viele Autofahrer sind sich nicht bewusst, dass ein Motorschaden nicht automatisch von der Vollkaskoversicherung übernommen wird. Zu den häufigsten Missverständnissen gehören:

  • „Meine Vollkasko zahlt jeden Schaden an meinem Auto.“
    → Falsch. Verschleißschäden sind grundsätzlich ausgeschlossen.

  • „Wenn ich einen Motorschaden habe, kann ich das als Unfall melden.“
    → Nur, wenn es sich tatsächlich um einen Unfall handelt. Ein plötzlich auftretender Motorschaden gilt nicht als Unfall.

  • „Ich kann einen Schaden durch falsche Betankung über die Vollkasko abrechnen.“
    → Meistens nicht, da Fehlbetankung oft als Bedienungsfehler gilt. Manche Versicherungen bieten aber spezielle Schutzpakete an.

 

 

Möglichkeiten zur Absicherung gegen Motorschäden

Da die Vollkaskoversicherung Motorschäden meist nicht abdeckt, gibt es einige Alternativen, um sich vor hohen Reparaturkosten zu schützen:

 

a) Garantieverlängerung vom Hersteller

Viele Autohersteller bieten eine Verlängerung der Neuwagengarantie an, die auch Motorschäden abdeckt. Dies kann eine sinnvolle Investition sein, besonders bei hochwertigen Fahrzeugen.

 

b) Gebrauchtwagengarantie

Für ältere Fahrzeuge gibt es spezielle Gebrauchtwagengarantien, die bestimmte Motorschäden abdecken. Hier sollte man genau prüfen, welche Teile versichert sind.

 

c) Zusatzversicherung für Motorschäden

Einige Versicherer bieten spezielle Motorschutz-Versicherungen an, die auch Schäden durch innere Defekte abdecken.

 

d) Regelmäßige Wartung

  • Ein lückenloses Serviceheft kann im Schadensfall wichtig sein.

  • Wer regelmäßig Ölwechsel und Inspektionen durchführt, reduziert das Risiko eines teuren Motorschadens.

 

 

Fazit: Wann zahlt die Vollkaskoversicherung wirklich?

Die Vollkaskoversicherung ist eine wertvolle Absicherung, deckt aber keine Schäden durch Verschleiß oder technischen Defekt. Sie kommt nur für Motorschäden auf, wenn diese die Folge eines Unfalls oder eines äußeren Einflusses sind. Wer sich vor teuren Reparaturen schützen will, sollte über eine Garantieverlängerung oder eine spezielle Motorschutz-Versicherung nachdenken.

 

Tipp:

Lies die Bedingungen deiner Versicherung genau durch und kläre im Zweifel nach, welche Schäden tatsächlich gedeckt sind!

 

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