Geschrieben von zdv

Schäden durch verrutschte Ladung – wer kommt dafür auf?

Gasfalschen Transport
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Beim Transport von Gasflaschen sind viele Aspekte zu beachten. Neben der sicheren Befestigung der Flaschen spielt auch die Frage nach dem Versicherungsschutz eine wichtige Rolle. Denn was passiert, wenn eine Gasflasche verrutscht und dabei das Fahrzeug beschädigt? Wer kommt für die Kosten auf?

Viele Fahrzeughalter verlassen sich darauf, dass ihre Teilkaskoversicherung Schäden am Auto übernimmt. Doch in den meisten Fällen greift diese nicht, wenn der Schaden durch die eigene Ladung verursacht wurde. Hier kann eine Vollkaskoversicherung die Lösung sein. Zwei Fallbeispiele zeigen, warum dieser Schutz gerade beim Gasflaschentransport sinnvoll ist.

 

 

Gewerblicher Transport – Gasflasche beschädigt Transporter

Die Firma Meyer Heiztechnik transportiert regelmäßig Propan- und Sauerstoffflaschen zu Baustellen und Industriebetrieben. Eines Tages muss der Fahrer des Transporters auf einer Kreuzung plötzlich eine Vollbremsung durchführen. Obwohl die Flaschen vorschriftsmäßig gesichert sind, löst sich eine von ihnen und schlägt mit voller Wucht gegen die Seitenwand des Fahrzeugs.

 

Die Folgen:

  • Tiefe Delle und Lackschäden an der Karosserie

  • Beschädigung des Trenngitters zur Ladungssicherung

  • Kratzer und Verformungen im Fahrzeugboden

Das Fahrzeug ist vorübergehend nicht einsatzfähig und muss in die Werkstatt.

 

Wer zahlt den Schaden?

Da die Firma eine Vollkaskoversicherung für ihren Transporter abgeschlossen hat, übernimmt diese die Reparaturkosten. Dazu gehören:

✅ Instandsetzung der beschädigten Fahrzeugkarosserie
âś… Austausch des Trenngitters zur Ladungssicherung
âś… Eventuelle Lackierarbeiten und Bodenreparaturen

Hätte das Unternehmen nur eine Teilkaskoversicherung, müsste es die Kosten selbst tragen, da kein äußeres Ereignis (wie Diebstahl oder Sturm) den Schaden verursacht hat.

 

 

Privater Transport – Campingtrip mit teuren Folgen

Nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatpersonen transportieren regelmäßig Gasflaschen für Camping, Grillen oder Boote.

Max, ein begeisterter Camper, lädt eine 11-kg-Gasflasche in den Kofferraum seines Kombis, um mit Freunden ein Wochenende auf dem Campingplatz zu verbringen. Während der Fahrt auf der Autobahn gerät er in einen plötzlichen Stau und muss stark bremsen.

Obwohl die Gasflasche scheinbar sicher in einer Ecke des Kofferraums verstaut war, kippt sie nach vorne und schlägt gegen die Rückseite der Rücksitze. Dabei entstehen:

  • Ein groĂźer Riss in der Verkleidung des Kofferraums

  • Eine eingedrĂĽckte RĂĽcksitzlehne, die sich nicht mehr richtig verstellen lässt

  • Kratzer auf der Innenseite des Fahrzeugs

 

Wer kommt fĂĽr den Schaden auf?

❌ Teilkaskoversicherung: Greift nicht, da kein äußeres Ereignis (z. B. Unwetter, Diebstahl) vorliegt.

âś… Vollkaskoversicherung: Deckt den Schaden ab, da er durch die eigene Ladung verursacht wurde.

Da Max eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat, muss er nur die Selbstbeteiligung zahlen – ohne Versicherung hätte er den Schaden komplett selbst tragen müssen.

 

 

Sicherer Transport: Worauf sollte man achten?

Um solche Schäden zu vermeiden, gibt es einige Grundregeln für den sicheren Gasflaschen Transport im Auto:

✔ Aufrechte Lagerung – Gasflaschen sollten immer stehend transportiert werden
✔ Feste Verzurrung – mit Spanngurten oder Halterungen gegen Verrutschen sichern
✔ Keine losen Gegenstände – herumfliegende Objekte im Auto erhöhen das Risiko von Beschädigungen
✔ Stoßschutz beachten – z. B. durch Gummimatten oder Schutzpolster

Trotz bester Sicherung kann es jedoch immer zu unvorhersehbaren Ereignissen kommen – und genau hier kommt die Vollkaskoversicherung ins Spiel.

 

 

Fazit: Vollkaskoschutz lohnt sich bei Gasflaschentransporten

Ob für den gewerblichen Transport oder den privaten Gebrauch – Schäden durch Gasflaschen können schnell teuer werden. Eine Vollkaskoversicherung ist in vielen Fällen die einzige Möglichkeit, um sich gegen hohe Reparaturkosten abzusichern.

Wer regelmäßig Gasflaschen befördert, sollte seinen Versicherungsschutz überprüfen und sicherstellen, dass er im Schadensfall nicht auf den Kosten sitzen bleibt.

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